Rennrad-Alpenpässe: die großen Klassiker

Werbung. Diese Seite enthält Werbe-/Affiliate-Links (mit Werbung gekennzeichnet). Kaufst du über einen solchen Link, erhalten wir ggf. eine Provision. Für dich entstehen keine Mehrkosten, unsere Einschätzung bleibt davon unberührt.

Es gibt Straßen, die jeder Rennradfahrer einmal im Leben hochfahren will. Die 48 Kehren am Stilfser Joch gehören dazu, der Galibier, die Glocknerstraße. Hier sind die großen Klassiker der Alpen mit ehrlichen Zahlen: wie lang, wie steil, wann offen, und was dich auf den letzten Kilometern wirklich erwartet.

Werbung

delta-bike DE

Premium-Ausstattung für Rennrad und Gravel.

  • Bekleidung von Assos, Castelli und Pas Normal
  • Helme, Radcomputer, Laufräder und Reifen
  • Radsport-Spezialist seit 1988

Die Pässe im Überblick

PassLandHöheKlassische AuffahrtLängeHöhenmeter
Stilfser JochItalien2.757 mvon Prad24,3 kmca. 1.850
Col de l’IseranFrankreich2.764 mvon Bonneval-sur-Arc13,4 kmca. 980
Col du GalibierFrankreich2.642 mvon St-Michel über den Télégrapheca. 35 kmca. 2.100
Großglockner (Hochtor)Österreich2.504 mvon Bruckca. 25 kmca. 1.750
TimmelsjochItalien/Österreich2.474 mvon St. Leonhard in Passeierca. 29 kmca. 1.800
Passo GaviaItalien2.621 mvon Ponte di Legno17,3 kmca. 1.360
Passo del MortiroloItalien1.852 mvon Mazzo di Valtellina12,4 kmca. 1.300
Sellaronda (4 Pässe)Italienbis 2.244 mRunde ab Wolkenstein oder Corvaraca. 55 kmca. 1.700
FurkapassSchweiz2.429 mvon Realp12,7 kmca. 900
Alpe d’HuezFrankreich1.815 mvon Bourg-d’Oisans, 21 Kehren13,8 kmca. 1.100

Längen und Höhenmeter gerundet, je nach Startpunkt leicht abweichend. Öffnungszeiten der Hochpässe wechseln mit der Schneelage, vor der Anreise Stand prüfen.

Die Klassiker im Detail

Stilfser Joch: die 48 Kehren

2.757 m · von Prad 24,3 km · ca. 1.850 Höhenmeter · Schnitt 7,5 %

Die Ostauffahrt von Prad ist das berühmteste Stück Asphalt der Alpen. Ab Trafoi stapeln sich die nummerierten Kehren übereinander, und wer in Kehre 20 nach oben schaut, sieht die Straße noch acht Stockwerke höher am Hang kleben. Die Steigung bleibt dabei erstaunlich gleichmäßig, meist zwischen 7 und 9 Prozent. Das Joch ist hoch: Auch im Juli kann es oben um die null Grad haben, und die Saison reicht meist nur von Ende Mai bis Oktober. Am autofreien Stelvio Bike Day (Termin Stand prüfen) gehört die Straße komplett den Radfahrern, das ist der schönste Tag des Jahres für diese Auffahrt.

Großglockner Hochalpenstraße

Hochtor 2.504 m · von Bruck ca. 25 km · ca. 1.750 Höhenmeter · Rampen bis 12 %

Österreichs Paradestraße ist auf Radfahrer eingestellt: Es gibt eine eigene Rad-Maut (deutlich günstiger als fürs Auto, Stand prüfen), Trinkwasserstellen und mit der Edelweißspitze einen Abstecher auf 2.571 m über Kopfsteinpflaster. Die Auffahrt von Bruck zieht sich mit Rampen um 10 bis 12 Prozent deutlich zäher als der Schnitt vermuten lässt. Dafür fährst du durch drei Klimazonen bis vor die Gletscherwelt des höchsten Bergs von Österreich. Details zur Straße stehen in unserem Guide zur Großglockner Hochalpenstraße.

Timmelsjoch und der Ötztaler

2.474 m · von St. Leonhard ca. 29 km · ca. 1.800 Höhenmeter

Das Timmelsjoch verbindet das Passeiertal mit dem Ötztal und ist der Schlussanstieg des Ötztaler Radmarathons, für viele das härteste Jedermann-Rennen der Alpen: rund 230 Kilometer und etwa 5.500 Höhenmeter über Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch (Stand prüfen). Die Südauffahrt von St. Leonhard ist lang und unregelmäßig, mit steilen Stücken im Wald und einem einsamen, kargen Finale. Wer das Joch von Sölden aus angehen will, findet Startpunkt und Umgebung in unserem Guide zu Sölden und dem Ötztal.

Passo Gavia und Mortirolo: das harte Doppel

Gavia 2.621 m, von Ponte di Legno 17,3 km · Mortirolo 1.852 m, von Mazzo 12,4 km mit Rampen bis 18 %

Diese beiden Namen haben beim Giro d’Italia Geschichte geschrieben, und sie liegen so nah beieinander, dass ambitionierte Fahrer sie an einem Tag kombinieren. Der Gavia ist schmal, wild und oben oft empfindlich kalt, die Straße stellenweise kaum breiter als ein Auto. Der Mortirolo ist schlicht brutal: keine berühmte Landschaft, kein Panorama-Ruhm, nur ein Waldhang mit durchgehend über 10 Prozent und Rampen bis 18. Wer wissen will, wo er steht, findet es hier heraus.

Sellaronda: vier Pässe, eine Runde

Campolongo, Pordoi, Sella, Grödner Joch · ca. 55 km · ca. 1.700 Höhenmeter

Die Runde um den Sellastock ist die schönste Halbtagestour der Dolomiten: vier Pässe, keiner davon übermäßig steil, dazwischen kurze Abfahrten und immer wieder diese senkrechten Felswände über dir. Am Sellaronda Bike Day (meist im Juni, Termin Stand prüfen) ist die komplette Runde für den Autoverkehr gesperrt, dann fahren hier tausende Rennradfahrer in beide Richtungen. Wer es ruhiger mag, startet an einem normalen Wochentag früh am Morgen.

Galibier und Alpe d’Huez: die Tour-Legenden

Galibier 2.642 m, von St-Michel ca. 35 km · Alpe d’Huez 1.815 m, 21 Kehren, Schnitt 8,1 %

Der Galibier ist ein Anstieg in zwei Akten: erst der Col du Télégraphe, dann nach kurzer Abfahrt hinter Valloire das lange, offene Hochtal, das sich erst auf den letzten Kilometern richtig aufbäumt. Zusammen kommen rund 2.100 Höhenmeter zusammen, mehr als an jedem anderen Pass dieser Liste. Alpe d’Huez ist das Gegenteil: kurz, konstant steil und dank der 21 nummerierten Kehren mit den Namen der Tour-Sieger ein einziges Radsport-Denkmal. Die ersten drei Kilometer ab Bourg-d’Oisans sind mit über 10 Prozent die härtesten, danach findet man seinen Rhythmus.

Col de l’Iseran und die Schweizer Runde

Iseran 2.764 m, höchster Straßenpass der Alpen · Furka, Grimsel, Susten als Tagesrunde ca. 120 km

Der Iseran trägt den Titel: höchster asphaltierter Pass der Alpen. Von Bonneval-sur-Arc sind es nur 13,4 km, die Höhe spürt man trotzdem in den Beinen. In der Schweiz lohnt die klassische Dreier-Runde aus Furka, Grimsel und Susten ab Andermatt oder Innertkirchen, rund 120 Kilometer mit drei komplett unterschiedlichen Charakteren und Blick auf den Rhonegletscher an der Furka.

Vorbereitung: so kommst du gut hinauf

  • Übersetzung: Der wichtigste Punkt. Eine Kompaktkurbel (50/34) mit einer Kassette bis 32 oder 34 Zähne macht aus einem Kampf eine Fahrt. Niemand bereut am Berg einen zu leichten Gang.
  • Tempo: Fahr die ersten Kilometer bewusst zu langsam. Ein Pass wird ab der Hälfte von allein hart genug, und einbrechen auf 2.000 Metern ist kein Vergnügen.
  • Wetter und Höhe: Pro 1.000 Höhenmeter wird es rund 6 Grad kälter, dazu kommt der Wind. Ein sonniger Start im Tal sagt nichts über die Passhöhe aus, ein Blick auf den Bergwetterbericht schon.
  • Die Abfahrt: Oben durchgeschwitzt in 10 Grad kalte Luft, das geht ohne Windschutz schief. Windweste und Armlinge wiegen fast nichts und gehören in jede Trikottasche. In den Kehren früh und dosiert bremsen statt dauerhaft schleifen lassen.
  • Wasser und Essen: An den meisten Pässen gibt es Brunnen in den Dörfern der Auffahrt. Zwei Flaschen und ein Riegel mehr als geplant haben noch niemandem geschadet.
  • Saison: Die Hochpässe sind je nach Schneelage etwa von Ende Mai bis Mitte Oktober offen, die genauen Termine wechseln jedes Jahr (Stand prüfen).
Ausrüstung für den Pass-Tag: Windweste (Werbung) · Armlinge (Werbung) · Multitool (Werbung) · Minipumpe (Werbung). Für mehrtägige Touren: unsere Packliste für die Alpenüberquerung mit dem Rennrad.

Häufige Fragen

Welcher Pass eignet sich für den Anfang?

Alpe d’Huez und der Furkapass sind gleichmäßig und gut kalkulierbar, die Sellaronda lässt sich an jedem Pass unterbrechen. Der Stilfser Joch ist lang, aber nie extrem steil, mit der richtigen Übersetzung ist er auch als erster großer Pass machbar. Nur Mortirolo und Gavia sollte man sich für später aufheben.

Wann sind die Pässe offen?

Grob von Ende Mai bis Mitte Oktober, je nach Schneelage. Die Glocknerstraße und das Stilfser Joch öffnen meist im Mai, der Iseran oft erst im Juni. Vor der Anreise die aktuellen Öffnungszeiten prüfen.

Kostet die Auffahrt mit dem Rad etwas?

Fast alle Pässe sind für Radfahrer frei. Die Großglockner Hochalpenstraße verlangt eine kleine Rad-Maut, das Timmelsjoch ist für Radfahrer frei (jeweils Stand prüfen).

Gibt es autofreie Tage?

Ja, und die lohnen sich: der Sellaronda Bike Day im Juni, der Stelvio Bike Day am Stilfser Joch Ende August oder Anfang September, dazu regionale Aktionen wie am Kaunertal oder im Sellrain. Termine ändern sich jährlich, Stand prüfen.


Transparenz: Die mit Werbung gekennzeichneten Links sind Werbe-/Affiliate-Links. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Passend zum Thema: Gravel-Touren in den Alpen und die Packliste für die Alpenüberquerung mit dem Rennrad.

Werbung / Affiliate-Links: Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Über mit „Werbung" gekennzeichnete Links erhalte ich ggf. eine Provision, für dich ohne Mehrkosten.