Mittenwald
Geigenbauerort unter dem Karwendel
Mittenwald liegt malerisch am Fuß des Karwendels und ist seit dem 17. Jahrhundert für seinen Geigenbau berühmt. Die Häuser der Altstadt sind reich mit Lüftlmalerei verziert. Über den Ort führt die Karwendelbahn auf rund 2.244 m zu einem weiten Bergpanorama und der höchstgelegenen Naturinformationsstelle Deutschlands.
Highlights
- Traditioneller Geigenbau
- Lüftlmalerei an den Häusern
- Karwendelbahn auf rund 2.244 m
- Lage am Fuß des Karwendels
Gut zu wissen
| Bekannt fuer | Geigenbau, Lüftlmalerei |
| Hausberg | Karwendel (Bahn 2.244 m) |
| Lage | Werdenfelser Land |
| Region | Bayern |
Praxis
Anreise: Bahn direkt nach Mittenwald (Mittenwaldbahn).
Beste Zeit: Ganzjährig; Wandern Mai bis Oktober.
Kosten: Stadt frei; Karwendelbahn kostenpflichtig (Stand prüfen).
Sicherheit: Unkompliziert; oben alpines Gelände.
Tipps:
- Das Geigenbaumuseum erklärt die Handwerkstradition
Hintergrund & Geschichte
Mittenwald liegt am Fuß der schroffen Karwendelkette an einem uralten Handelsweg, der einst Verona mit Augsburg verband. Über Jahrhunderte verdankte der Ort seinen Wohlstand diesem Warenverkehr, doch mit dem Dreißigjährigen Krieg brach der Fernhandel zusammen. Was folgte, machte den Marktflecken weltberühmt: der Geigenbau. Begründer war Matthäus Klotz, der von 1653 bis 1743 lebte und sein Handwerk angeblich bei einem Schüler des großen Cremoneser Meisters Nicola Amati erlernte. Aus seiner Werkstatt erwuchs eine ganze Dynastie von Instrumentenbauern, die Mittenwald zu einem Zentrum des Streichinstrumentenbaus nördlich der Alpen machten.
Bis heute wird die Tradition gepflegt, 1853 entstand eine Geigenbauschule, und im Geburtshaus von Klotz erinnert das Geigenbaumuseum an die Kunst, aus Bergahorn und Fichte Klang zu formen. Das Ortsbild selbst gleicht einem aufgeschlagenen Bilderbuch der oberbayerischen Lüftlmalerei: An vielen Fassaden, allen voran an der Pfarrkirche St. Peter und Paul, leuchten kunstvolle Wandmalereien des 18. Jahrhunderts. Das Denkmal für Matthäus Klotz vor der Kirche schuf Ferdinand von Miller, und so hält der Ort die Erinnerung an seinen größten Sohn lebendig.
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