Schweizerischer Nationalpark
Ältester Nationalpark der Alpen, seit 1914
Adresse
Engadin/Münstertal, Zentrum Zernez, Graubünden
GPS
46.6667, 10.2
Der 1914 gegründete Schweizerische Nationalpark im Engadin ist der älteste Nationalpark der Alpen und ein strenges Totalreservat: Die Natur bleibt vollständig sich selbst überlassen, Besucher dürfen die markierten Wege nicht verlassen. Auf rund 170 km² leben Steinböcke, Gämsen, Hirsche, Murmeltiere und Bartgeier. Das Besucherzentrum in Zernez führt in Idee und Regeln des Parks ein.
Highlights
- Ältester Nationalpark der Alpen (seit 1914)
- Steinböcke, Hirsche, Gämsen, Murmeltiere und Bartgeier
- Strenger Schutz: nur auf markierten Wegen, freie Naturentwicklung
- Nationalparkzentrum in Zernez
Gut zu wissen
| Gegruendet | 1914 (ältester der Alpen) |
| Flaeche | rund 170 km² |
| Schutz | Totalreservat, Wegegebot |
| Zentrum | Zernez |
Praxis
Anreise: Mit der Rhätischen Bahn oder dem Auto nach Zernez; von dort Wanderausgangspunkte entlang der Ofenpassstraße.
Beste Zeit: Juni bis Oktober (im Winter sind die Wege meist gesperrt); Hirschbrunft im Herbst.
Kosten: Eintritt frei; geführte Touren und Zentrum teils kostenpflichtig (Stand prüfen).
Sicherheit: Strenge Regeln: auf den Wegen bleiben, nichts mitnehmen, Hunde verboten. Gutes Fernglas mitnehmen.
Tipps:
- Frühmorgens und abends sind die Tierbeobachtungschancen am größten
- Im Zentrum Zernez aktuelle Wildbeobachtungs-Hinweise erfragen
Hintergrund & Geschichte
Im abgeschiedenen Unterengadin, östlich des Inn, liegt der älteste Nationalpark der Alpen und einer der ältesten Europas. 1914 gegründet, folgte er einer für seine Zeit radikalen Idee: nicht den Menschen, sondern die Natur in den Mittelpunkt zu stellen. Hier wird nichts gepflegt, gemäht oder aufgeforstet, gefallene Bäume bleiben liegen, die Wildnis darf sich selbst überlassen entwickeln. Diese strenge Schutzphilosophie macht das Gebiet zu einem lebenden Labor, in dem Forscher seit über einem Jahrhundert beobachten, wie sich eine Landschaft ohne menschlichen Eingriff verändert.
Wer durch das tief eingeschnittene Val Cluozza wandert, taucht in dichte Wälder aus Arve und Lärche ein, die im Oktober in warmen Goldtönen leuchten. Rothirsche ziehen in der Dämmerung über die Lichtungen, Murmeltiere pfeifen von den Hängen, und mit etwas Glück kreist ein Steinadler über den kahlen Gipfeln. Seit der Park als Rückzugsgebiet dient, sind sogar Bartgeier und der Wolf in die Region zurückgekehrt. Der Bann gegen jeden Eingriff verlangt von Besuchern Disziplin: Man bleibt auf den Wegen. Genau diese Konsequenz hat eine fast unberührte Stille bewahrt, die anderswo in den dicht besiedelten Alpen längst verloren ging. So zeigt der Park eindrücklich, wie sich die Natur erholt, wenn der Mensch ihr für ein ganzes Jahrhundert das Feld überlässt.
Damit dein Ausflug rundläuft , unsere Ratgeber und Ausrüstungs-Tipps zu diesem Ziel:
