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Kärlingerhaus am Funtensee

DAV-Schutzhütte im Steinernen Meer am Kältepol Deutschlands

Adresse

Steinernes Meer, oberhalb St. Bartholomä / Königssee, 83471 Schönau am Königssee, Bayern

GPS

47.4956, 12.9372

Adresse

Steinernes Meer, oberhalb St. Bartholomä / Königssee, 83471 Schönau am Königssee, Bayern

GPS

47.4956, 12.9372

Bewirtschaftete Alpenvereinshütte (1.638 m) der DAV-Sektion Berchtesgaden nordwestlich des Funtensees im Steinernen Meer. Der nahe Funtensee gilt als Kältepol Deutschlands (−45,9 °C am 24.12.2001).

Highlights

  • Klassischer Stützpunkt für die Durchquerung des Steinernen Meeres
  • Funtensee als Kältepol Deutschlands (Frostloch mit Kaltluftsee)
  • Aufstieg vom Königssee über die Saugasse (ab Salet oder St. Bartholomä)
  • Ausgangspunkt für Gipfel wie Schönfeldspitze
  • Hochalpine Karstlandschaft des Steinernen Meeres

Gut zu wissen

Hoehe 1.638 m ü. NHN
Betreiber Deutscher Alpenverein, Sektion Berchtesgaden
Lage Nordwestlich des Funtensees, Steinernes Meer
Schlafplaetze ca. 40 Betten und 178 Lager (Hauptsaison)
Funtensee Kältepol Deutschlands: −45,9 °C am 24.12.2001
Hinweis Umfassende Sanierung seit Herbst 2024 geplant (Stand prüfen)

Praxis

Anreise: Mit dem Schiff über den Königssee bis Salet (oder St. Bartholomä), dann mehrstündiger Aufstieg über die Saugasse zum Funtensee; reine Hochgebirgswanderung.

Beste Zeit: Sommer bis Frühherbst (Bewirtschaftung Ende Mai bis Mitte Oktober – Stand prüfen).

Dauer: Aufstieg ab Salet ca. 3–4 Stunden; üblich als Übernachtungs- oder Mehrtagestour.

Kosten: Übernachtung/Verpflegung kostenpflichtig, DAV-Mitglieder ermäßigt; Schiffsticket separat (Stand prüfen).

Tipps:

  • Übernachtung vorab reservieren, besonders an Wochenenden
  • Bewirtschaftungs- und Sanierungsstand vor der Tour prüfen
  • Erste Schifffahrt am Morgen nehmen
  • Hüttenschlafsack, ausreichend Trinkwasser und Bargeld mitnehmen

Hintergrund & Geschichte

Das Kärlingerhaus liegt im Steinernen Meer, einer der größten zusammenhängenden Karstflächen der Ostalpen, einem Labyrinth aus weißem Kalk, Dolinen und versickernden Bächen. Direkt unterhalb breitet sich der Funtensee aus, ein kleiner Hochgebirgssee, der durch eine Besonderheit zu trauriger Berühmtheit kam: In seiner muldenförmigen Senke sammelt sich nachts schwere Kaltluft, die nicht abfließen kann, und so wurde hier mit fast minus 46 Grad einer der tiefsten jemals in Deutschland gemessenen Temperaturwerte registriert. Wegen dieser Kältefalle wachsen rund um den See nur zähe, dem Frost trotzende Pflanzen.

Die Hütte, vom Deutschen Alpenverein an einem alten Almstandort errichtet, war seit jeher Stützpunkt für Wallfahrer und Bergsteiger, die vom Königssee herauf über die berühmte Saugasse stiegen, einen in zahllosen Kehren angelegten Steig. Rund um den Funtensee erzählt die Landschaft von Jahrtausenden geduldiger Auflösung: Regenwasser hat den Kalk zu einer bizarren Wüste aus Rinnen und Spalten zernagt, in der das Wasser unsichtbar im Untergrund verschwindet und erst weit unten am Königssee wieder ans Licht tritt. Wer hier oben übernachtet, eingebettet in das weite Felsmeer unter den Wänden des Watzmann, erlebt eine Stille und eine Weltabgeschiedenheit, wie sie in den dicht erschlossenen Alpen selten geworden ist.

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