Morteratschgletscher
Begehbarer Gletscher im Engadin
Der Morteratschgletscher am Fuß der Berninagruppe ist einer der am leichtesten zugänglichen Gletscher der Alpen. Vom Bahnhof Morteratsch der Berninalinie führt ein flacher Gletscherweg zur Eiszunge; Tafeln am Weg zeigen den dramatischen Rückgang der letzten Jahrzehnte. Im Hintergrund ragt der Piz Bernina auf.
Highlights
- Leicht erreichbarer Gletscherweg
- Markierungen zeigen den Gletscherrückgang
- Blick zum Piz Bernina
- Erreichbar mit der Rhätischen Bahn
Gut zu wissen
| Gebirge | Berninagruppe |
| Zugang | Gletscherweg ab Bahnhof Morteratsch |
| Hinweis | starker Gletscherrückgang |
| Naehe | Piz Bernina, Diavolezza |
Praxis
Anreise: Mit der Rhätischen Bahn (Berninalinie) bis Morteratsch.
Beste Zeit: Juni bis Oktober.
Kosten: Gletscherweg frei; Bahn kostenpflichtig (Stand prüfen).
Sicherheit: Der Weg bis zum Gletscherrand ist einfach; das Eis selbst nur mit Führung betreten.
Tipps:
- Die Jahreszahl-Tafeln am Weg machen den Rückgang eindrücklich sichtbar
Hintergrund & Geschichte
Der Morteratschgletscher, im Rätoromanischen Vadret da Morteratsch, ist der größte zusammenhängende Gletscher der Ostalpen und entspringt dem ewigen Eis rund um den Piz Bernina und den Piz Palü im Oberengadin. Über Jahrtausende schob er seine mächtige Eiszunge weit ins Tal hinaus, doch seit dem Ende der sogenannten Kleinen Eiszeit Mitte des 19. Jahrhunderts zieht er sich kontinuierlich zurück. Tafeln entlang des Gletscherwegs markieren heute, wo die Eismassen in den einzelnen Jahrzehnten endeten, und machen den Schwund auf eindringliche Weise greifbar.
Genau dieser sichtbare Rückgang hat den Morteratsch zu einem der meistuntersuchten Gletscher der Alpen gemacht, ein Freilichtlabor der Klimaforschung, das vom nahen Bahnhof der Berninabahn aus bequem zu erreichen ist. Das Gestein rund um die Bernina-Gruppe ist uralt: Der Bernina-Granit entstand vor mehr als 300 Millionen Jahren, lange vor der eigentlichen Alpenfaltung, und wurde später im Zuge der Gebirgsbildung als ostalpine Decke über die tieferen Gesteinsstockwerke geschoben. So trifft am Morteratsch tiefe Erdgeschichte auf die rasche Gegenwart des schmelzenden Eises.
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