Wildtierbeobachtung im Nationalpark Berchtesgaden
Steinadler, Bartgeier, Gämse und Murmeltier im einzigen Alpen-Nationalpark Deutschlands
Adresse
Nationalparkverwaltung, Doktorberg 6, 83471 Berchtesgaden
GPS
47.5550, 12.9500
Der 1978 gegründete Nationalpark Berchtesgaden ist der einzige Nationalpark Deutschlands in den Alpen, und einer der besten Orte des Landes, um große Wildtiere in freier Natur zu beobachten. Wer Zeit, Geduld und ein gutes Fernglas mitbringt, hat realistische Chancen auf Begegnungen mit Arten, die anderswo längst verschwunden sind.
Passende Ausrüstung für VogelbeobachtungUnsere ehrlichen Tipps und Tests dazu.
Welche Tiere man sieht
- Steinadler: Mehrere Brutpaare kreisen über den Tälern, besonders gut im Klausbachtal zu beobachten.
- Bartgeier: Seit 2021 werden im Klausbachtal wieder junge Bartgeier ausgewildert, ein europaweit beachtetes Wiederansiedlungsprojekt. Mit über 2,80 m Spannweite Europas größter Greifvogel.
- Gämse & Steinbock: An den Felsflanken von Watzmann und Hagengebirge ganzjährig präsent.
- Murmeltier & Rothirsch: Murmeltiere pfeifen auf fast jeder Almwiese; Rothirsche zeigen sich vor allem in der Dämmerung.
Beste Plätze & Zeiten
- Klausbachtal: Greifvögel, Ranger-Beobachtungstage am Infopunkt, Hängebrücke.
- Wimbachgries: Gämsen an den Schuttflanken.
- Morgens und in der Dämmerung ist die Aktivität am höchsten; Frühsommer und Herbst (Hirschbrunft) sind die besten Jahreszeiten.
Die Nationalparkverwaltung bietet kostenlose, geführte Ranger-Touren, ideal, um Standorte und Verhaltensregeln kennenzulernen.
Worauf es bei der Beobachtung ankommt
Wildtiere lassen sich nur aus respektvoller Distanz beobachten, ohne sie zu stören. Über die Entfernung entscheidet deshalb die Optik: Ein lichtstarkes Fernglas für die Hand, ein Spektiv für die großen Distanzen am Hang. Welche Geräte sich für die Alpen lohnen, zeigt unsere Kaufberatung: Ferngläser & Spektive für die Tierbeobachtung.
Hintergrund & Geschichte
Der Nationalpark Berchtesgaden, 1978 gegründet, ist der einzige Alpennationalpark Deutschlands und ein Refugium für eine Tierwelt, die anderswo längst aus den dicht besiedelten Alpen verschwunden ist. Rund um den Watzmann und den fjordartigen Königssee erstreckt sich eine Landschaft aus Kalkfelsen, Bergwäldern, Almen und Hochgebirgsregionen, in der nach dem Grundsatz „Natur Natur sein lassen” große Bereiche sich selbst überlassen bleiben. Genau diese Zurückhaltung schafft Lebensräume für scheue Arten.
Über den Felswänden kreist der Steinadler, der hier in mehreren Revieren brütet und zu den eindrucksvollsten Greifvögeln der Alpen zählt. In jüngerer Zeit kehrte auch der einst ausgerottete Bartgeier mit seiner gewaltigen Flügelspannweite in die Region zurück, ein Symbol für die langsame Heilung der alpinen Wildnis. Gämsen ziehen über die steilen Hänge, Murmeltiere pfeifen von den Almen, und in der Dämmerung treten Rothirsche aus dem Wald. Besonders im Frühjahr und Herbst lassen sich die Tiere von den Aussichtspunkten und stillen Wegen aus mit dem Fernglas beobachten, wenn das Wild aus den höheren Lagen herabzieht und die Brunft der Hirsche durch die Täler hallt. Die Wildtierbeobachtung im Nationalpark erschließt so eine Welt, in der der Mensch nur Gast ist und die Natur, nach Jahrhunderten der Nutzung, wieder ihren eigenen Gesetzen folgen darf.
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