Mer de Glace
Größter Gletscher Frankreichs
Die Mer de Glace ist mit rund 7 km Länge der größte Gletscher Frankreichs und seit dem 19. Jahrhundert ein Besuchermagnet. Die historische Zahnradbahn von Chamonix nach Montenvers erschließt den Aussichtsbalkon, von dem eine Gondel und Treppen zur Eisgrotte hinabführen. Der rasche Gletscherrückgang ist hier besonders eindrücklich sichtbar.
Highlights
- Größter Gletscher Frankreichs (rund 7 km)
- Historische Zahnradbahn nach Montenvers
- Begehbare Eisgrotte im Gletscher
- Sichtbarer Gletscherrückgang
Gut zu wissen
| Laenge | rund 7 km (größter Gletscher Frankreichs) |
| Bahn | Zahnradbahn Chamonix–Montenvers |
| Extra | Eisgrotte (Grotte de Glace) |
| Hinweis | starker Gletscherrückgang |
Praxis
Anreise: Mit der Montenvers-Zahnradbahn ab Chamonix.
Beste Zeit: Etwa Mai bis Oktober (Stand prüfen).
Kosten: Bahn, Gondel und Eisgrotte kostenpflichtig (Stand prüfen).
Sicherheit: Viele Treppen zur Grotte hinab; festes Schuhwerk.
Tipps:
- Die Markierungen am Hang zeigen den früheren Gletscherstand
- Mit einem Chamonix-Tag und der Aiguille du Midi verbinden
Hintergrund & Geschichte
Das Mer de Glace, das „Eismeer“, ist der größte Gletscher Frankreichs und windet sich in einem mächtigen, von Spalten zerfurchten Eisstrom vom Mont-Blanc-Massiv hinab ins Tal von Chamonix. Schon im 18. Jahrhundert zog die gewaltige Eiszunge die ersten Reisenden an, und englische Aristokraten auf ihrer Bildungsreise gehörten zu den frühen Bewunderern, die das Schauspiel von der Anhöhe Montenvers aus betrachteten und damit den alpinen Tourismus mitbegründeten; selbst Mary Shelley ließ ihr Geschöpf in „Frankenstein“ über dieses Eismeer wandern.
Im Jahr 1908 wurde die zahnradgetriebene Bahn zum Montenvers eröffnet, die seither Besucher bequem an den Rand des Gletschers bringt, wo Jahr für Jahr ein Eistunnel neu in das Eis gegraben wird, um das Innere des Gletschers erlebbar zu machen. Doch das Mer de Glace ist auch ein eindringliches Mahnmal des Klimawandels: Der Gletscher zieht sich rasch zurück und verliert deutlich an Dicke, und wo früher das Eis dicht an die Bergstation reichte, müssen Besucher heute viele Hundert Stufen zum geschrumpften Eis hinabsteigen. Markierungen am Fels entlang des Abstiegs zeigen schonungslos, wie hoch das Eis in früheren Jahrzehnten noch reichte. So vereint das Eismeer die Pionierzeit des Alpentourismus mit dem sichtbaren, beunruhigenden Zeugnis einer sich rasch wandelnden Natur.
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